| Chronik |
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Seite 1 von 9 Die Entstehung Tirols
Nach dem Ende der letzten Eiszeit benutzte der Mensch schon in prähistorischer Zeit die Täler und niederen Gebirgspässe des Gebietes, das Jahrtausende später zum Land Tirol zusammenwuchs. Die Römer bauten die vorhandenen Saumpfade zu Militärstraßen aus auf denen ihre Legionen von Rom nach Germanien und zurück marschierten. Die damals ansässige Bevölkerung, die Räter, gerieten unter römischen Einfluss und sie entwickelten die Rätoromanische Kultur, die heute noch in einigen Dolomitentälern in ihrer Sprache vorhanden ist. Auch der Christliche Glaube wurde von den Römern in den Alpenraum gebracht und verbreitet.
Als das römische Imperium um 500 n. Chr. zu zerfallen begann, wanderten nach und nach Bayern in das „Land im Gebirge“ ein und siedelten sich friedlich neben der bereits ansässigen rätisch romanischen Bevölkerung an. In dieser Zeit wurden auch die sprachlichen und kulturellen Wurzeln der heutigen Tiroler gebildet. Mit der Zeit übernahmen die Bayern auch die Herrschaft über gewisse Gebiete im Land und gliederten es so langsam in das bayrische Herzogtum ein. Die neuen Herren über Volk und Land kontrollierten nun auch die Reisenden und Händler, die zwischen Nordeuropa und dem Mittelmeerraum verkehrten. 788 wurde das Herzogtum Bayern dem Frankenreich Karl des Großen einverleibt. Die fränkischen Könige hatten auch Besitzungen in Norditalien und es wurde ihr Brauch, sich vom Papst in Rom zum Kaiser krönen lassen. Dafür mussten für sie die Wege über die Alpen frei sein. War ihnen nun ein Herzog aus dem „Land im Gebirge“ wie die Gegend nun genannt wurde, nicht wohl gesonnen, konnte das mitunter zu erheblichen Problemen führen. Um das zu verhindern, entrissen die fränkischen Monarchen den Herzögen die Macht über das „Land im Gebirge“ und schenkten es den Bischöfen von Brixen und Trient. Die Bischöfe wurden ja von den Königen bzw. Kaisern ernannt und waren ihnen deshalb auch zu Gehorsam verpflichtet. Auch hatten sie keine dynastischen Interessen. Nun hatten aber die Bischöfe mit ihren kirchlichen Aufgaben genug zu tun und es war ihnen auf Grund ihrer religiösen Tätigkeit auch untersagt, Bluturteile selbst zu fällen. Sie übertrugen deshalb diese Aufgabe an bereits ansässige Adelige, den Grafen. Die Grafen verwalteten im Auftrag der Bischöfe ihr zugeteiltes Land, waren aber wiederum bestrebt, ihre Macht und ihren Besitz ständig zu vergrößern. Dies gelang ihnen teils durch Heirat, Erbschaften und auch kriegerischen Mitteln.
2 Adelsgeschlechter waren dabei besonders Erfolgreich: Die Grafen von Tirol im Süden des Landes, die sich nach ihrem Stammsitz Schloss Tirol bei Meran benannten und die Grafen von Andechs im Norden. Die Grafen von Andechs im Norden gründeten im 12. Jahrhundert Innsbruck und dehnten ihr Herrschaftsgebiet bis nach Rattenberg aus. Unter Graf Albert II. von Tirol (+ 1256) waren die meisten Grafschaften südlich des Brenners bereits zu einer locker gefügten Einheit unter seiner Führung zusammen gewachsen. Durch geschicktes verheiraten seiner Töchter und dem Aussterben der Andechser Grafen im Mannesstamm gewann er durch Erbschaft 1248 auch das Inntal bis Rattenberg dazu. So kann das Jahr 1248 als das Geburtsjahr Tirols bezeichnet werden, weil die Klammer zwischen Inn und Etsch erstmals fest verknüpft war. Noch wurde die Grafschaft aber das „Land im Gebirge“ genannt.
Als Graf Albert II. starb, hinterließ er keinen männlichen Erben und das Land viel an die Grafen von Görz, die bereits über Kärnten und Friaul herrschten.
Meinhard II. von Tirol-Görz ( ca. 1238 – 1295) übernahm Alberts Nachlass. Sofort begann er mit dem Ausbau seiner Macht. Dies bewerkstelligte er vor allem, dass er das ganze Land unter seine Macht und Gesetzgebung stellte, indem er den Kleinadel unterwarf. Auch die Bischöfe verloren ihren Einfluss, je mehr Meinhard II. an Macht gewann.
Schließlich bekam das ganze Land den Namen jenes Schlosses, das die Landesfürsten als Stammschloss bewohnten. 1271 wurde erstmals die Grafschaft nicht mehr als „Das Land im Gebirge“ bezeichnet, sondern man sprach von der gefürsteten „ Grafschaft Tirol“. Tirol wurde damit unter Graf Meinhard II. aus dem bayrischen Herrschaftsgebiet herausgelöst und wurde zu einem eigenständigen, politischen Land. |
Geschichtliches 
Alle Landesfürsten, die nach ihm die Verwaltung der Grafschaft erbten und weiterführten, übernahmen auch sein Wappen, den Roten Aar auf silbernen oder weißen Schild. So wandelte sich das Adlerwappen von einem Dynastie- zu einem Territorial- oder Landeswappen. Die Farben des Schildes, Weiß und Rot, wurden zu den Landesfarben.