Chronik - Zum Gewehr des Schützen PDF 
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Zum Gewehr des Schützen

     Das Gewehr des Schützen ist keine Kampfwaffe mehr. Es ist ein Paradegewehr und ein Symbol für uns Schützen, von Freiheit und Gerechtigkeit.

     Es ist Symbol des Eintretens für die Würde des Menschen und die Grundwerte menschlichen Seins, ihres Schutzes und ihrer Wahrung.

     Das Abschießen einer Ehrensalve und das anschließende präsentieren des Gewehres und ist die schützengemäße Form der Ehrbezeugung, ein Gruß der heißt:

 "Für dich ist keine Kugel mehr im Lauf. Ich komme zu dir und will dir als Freund begegnen!"

      Ein Salut kann auch Ausdruck der Freude sein, der Freude, dass du da bist. Ob beim Empfang zur Ehre von Gästen oder bei Gottesdiensten und Prozessionen vor dem Allerheiligsten, zur Ehre Gottes.

       Das Salutieren geht zurück auf das Hochschieben des Visiers der Ritters. Es heißt:

"Ich gebe mich dir zu erkennen, ich trete dir offen als Freund entgegen:"

Der Waffengebrauch diente in Tirol nie dem Angriff, sondern nur der Verteidigung der Heimat und war im Frieden beschränkt auf den Schießsport. Daher ist die Waffenfreiheit hier nie ausgeartet wie etwa in Amerika.

 

 

 

 

 

Beschaffung der Gewehre nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg wurden von den Amerikanischen Besatzungstruppen alle Gewehre, Fahnen und Trachten beschlagnahmt und vernichtet. Wer die Waffen nicht abgab, lief Gefahr, festgenommen und erschossen zu werden.Es wurden auch Hausdurchsuchungen durchgeführt. Die alten Vorder- und Einzelladergewehre für kirchliche und festliche Anlässe zum Salutschießen wollte man behalten, da die alten Stücke ja kriegsuntauglich waren und hiefür keine scharfe Munition zu erhalten war. Die Polizei verlangte aber die Ablieferung aller Waffen, welche man nur "aufzunehmen", dann wieder zurückzugeben vorgab. In Wirklichkeit wurden die Gewehre sofort vernichtet. Damit waren alle Organisationen zerschlagen.

Doch dann wurden die Amerikanischen Besatzungstruppen von den Franzosen unter General Antoine Béthouart abgelöst. Der General erwies sich als besonders Schützenfreundlich und stellte fest, dass "es besser sei, den Tirolern die Gewehre zu geben, als sie ihnen zu nehmen" und "dass man die Tiroler lassen sollte, wie sie sind, weil sie ja doch tun, was sie wollen". Béthouart war es gewesen, der 1947 erstmals den Wiltenern und dann allen anderen Schützen das Tragen von Waffen gewährte. Er spendierte den Schützen sogar 300 italienische Gewehre.

Ihm ist es auch zuzuschreiben, dass es das erste Mal nach 1809 war, dass französische Fahnen der Tiroler Schützenfahne die Ehre erwiesen haben. Als unsere Bundesstandarte in den Invalidendom einzog, leistete der gesamte Fahnenblock aller Wehrmachtsteile der französischen Armee der Tiroler Fahne die Ehrenbezeugung.

Unter den Überlebenden und Heimkehrern des Krieges begann sich wieder Tiroler Schützengeist zu regen. Bereits 1946/47 haben sich die ersten Schützenkompanien neu gebildet. Diese rückten allerdings noch ohne Gewehr aus.

Damit war es aber noch nicht genug. Die wenigen alten Gewehre, die vor der Vernichtung der Amerikaner gerettet werden konnten, reichten nicht aus. In schwierigen und zähen Verhandlungen ist es dem Tiroler Schützenbund - allen voran Major Roilo, Präsident Schumacher, Major Schumacher (Oberinntal) und natürlich Major Steinlechner - gelungen, ausgemusterte Gewehre der Schweizer Armee zu kaufen.